Enneagramm erklärt

Energiezentren

Die Konstanzer Schule versteht das Enneagramm als ein Modell der drei psychischen Energiezentren: Bauch-, Herz- und Kopf. Jeder Mensch hat eine dieser drei Zentren als primäre Lebensenergie. In diesem Grundbetriebssytem folgt man unbewusst einem von drei Reaktionsprinzipien: Angriff, Flucht oder Erstarrung. Dadurch weist jeder Mensch eine der 3x3 = 9 möglichen Persönlichkeitsstrukturen auf. Das Potential und die Begrenzung eines Menschen sind eng mit seiner Enneagramm-Struktur verknüpft.
 

Zahlen statt Namen

Namen für die einzelnen Strukturen, wie sie oft in Enneagrammbüchern genannt werden, erzeugen auch Bilder, Assoziazionen, manchmal auch Widerstände und Vorstellungen und am Ende Klischees. Darum benennen wir die Strukturen ausschliesslich mit den Zahlen 1–9.

 

Strukturen statt Typen

Spricht man vom Enneagramm Typ wird es schnell "typisch". Und gerade das ist beim Enneagramm nicht der Fall. Themen, Eigenschaften oder Verhaltensweisen ergeben noch keine Enneagramm-Struktur. Unser Credo lautet: Für jedes Thema, jede Verhaltensweise und jedes Phänomen gibt es immer 'Neun gute Gründe'. Bei der Ortung der Enneagrammstruktur orientieren wir uns deshalb an den drei oben erwähnten Grundenergien. Wir richten die Aufmerksamkeit auf die energetische Struktur eines Menschen - was treibt ihn an und was motiviert ihn? Inhalte und Verhaltensweisen sind lediglich Türen, durch die man in die Atmosphäre eines der ‚neun Planeten' gelangen kann. Wir sehen auch bewusst ab von Flügeln und Subtypen, da sie bei der Struktur-Identifizierung zu zu vielen Optionen, zu Anpassung oder Irritationen führen können.

 

Vier-Säulen Modell

Grundbedürfnis, Grundangst, Lebensthema und strukturimmanente Abwehr. Dies sind die vier Leitbegriffe, anhand derer wir die Enneagramm-Struktur erfassen. Die Definitionen dieser Begriffe resultieren aus der Beschaffenheit der jeweiligen Struktur und sind Grundlage für unsere Strukturbeschreibungen.

 

Das Enneagramm im Kontext

Nicht immer ist eine Enneagramm-Struktur klar erkennbar. Wenn sie deformiert oder überlagert ist, ist sie oft schwer zu entdecken. Internet und andere Enneagramm-Selbsttests halten wir von daher für nur sehr bedingt brauchbar. Die Trefferquote liegt meist unter 60%. Um Irrtümer bei der Struktur-Identifizierung zu reduzieren, überprüfen wir stets folgende Möglichkeiten:

  • Die Struktur kann durch die Biographie oder das Familiensystem überlagert sein. Das heisst, eine äussere Realität kann ein Verhalten erfordern, welches schlussendlich zum festen Bestandteil der eigenen Psyche wird.

  • Es können Traumata vorliegen, die stärker wirken als die Enneagramm-Struktur. Hier kann es sich um Kriegserlebnisse, Missbrauch, Unfälle, plötzlicher Verlust, Katastrophen, etc. handeln, die die Psyche "verbiegen" um zu überleben. 

  • Existieren relevante gesellschaftliche Prägungen oder Erwartungen? z.B. an starke Frauen oder emotionale Männer, die je nach Kultur in dieser Form beim jeweiligen Geschlecht "unerwünscht" sind.

Verwicklung = grössere Abwehr

Das Enneagramm zeigt sogenannte Verwicklungs- und Entwicklungspunkte auf, die mit Linien von der eigenen Zahl zur entsprechenden Bezugszahl laufen. Aus unserer Sicht ist der relevante Aspekt des Stresspunktes die dort vorhandene Abwehr: Ist die struktureigene Abwehr unzureichend oder überlastet, wird automatisch versucht,  durch die psychische Orientierung am Stresspunkt sich dessen Art der Abwehr zunutze zu machen. Die Abwehr des Stresspunktes bezeichnen wir als sekundäre Abwehr.

 

Entwicklung = grösserer Handlungsspielraum

Die Persönlichkeitsentwicklung in der eigenen Struktur wird durch die psychische Orientierung am Entwicklungspunkt mit zusätzlichen, positiven Impulsen unterstützt, die aus dessen Atmosphäre stammen. So beinhaltet der Entwicklungspunkt hilfreiche Aspekte für eine Erweiterung des struktur-gebundenen Erlebens. Durch die Integration dieser Aspekte in die eigene Struktur entstehen ein größerer Handlungsspielraum, eine tiefere Verbundenheit und ein besseres Verständnis für die eigene Enneagramm-Struktur.

 

Selbsverantwortungs-Prinzip

Ein effektiver Nutzen des Modells für den Einzelnen kann nur durch die kontinuierliche Untersuchung der eigenen Struktur entstehen.

Dass jeder der Spezialist für seine eigene Struktur ist und wir nur Wegweiser auf seinem Weg sind, charakterisiert unseren Ansatz von Enneagrammarbeit. Nur durch eigenes, alltägliches bewusstes Erleben des Potentials und Erkennen der strukturellen Begrenzung ist es möglich, deren Wirkmechanismen zu durchschauen. So kann man immer wieder aus dem der Struktur innewohnenden Potential schöpfen.

 

Geometrie der Psyche

Die zwei geometrischen Figuren die die Linien innerhalb des Enneagramm-Symbols ergeben, setzen wir in Coaching und Therapie als eigenständige Tools ein:

  • Das Dreieck - als Triadisches Prinzip für differenzierte Selbstwahrnehmung und Konfliktlösungen

  • Der Sechszack - als Strategisches Prinzip für Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung verschiedener Teilaspekte

 

adaptiert aus

systemisches-enneagramm.de

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