Müesli to go

April 1, 2016

 

Im Zug. Mein Gegenüber macht sich auf zwei Sitzen breit – wortwörtlich. Eine Tetrapackung wird vor das Fenster gestellt. Das „Nuschen“ in der Reisetasche beginnt.

 

Müesli to go. Einmal Leinsamen und Co. reinschütten. Durch intensives, wiederholtes Schütteln des Behälters weitere beifügen. Rühren. Genüsslich löffeln. Trinken. Dann: Kaugummi reinstecken, kauen, rumdrücken auf Handy inklusive. Ich nerve mich. Nerven? Nerven und ärgern wechseln sich gleich Meereswogen ab. Dieses z’Morgeässe im Zug kann ich nicht ausstehen (der Wohlbeleibte von nebenan bohrt in der Nase zu Klingelton in Lautstärke für Schwerhörige). Analyse meiner Emotionen: Bin ich alt geworden? Ist es meine Geräuschempfindlichkeit? Oder das Empfinden, dass Essen (Nasenbohren und Telefonieren) für mich etwas „Privates“ sind? Die Geräusche des Kauens intensivieren sich. Der Lautsprecher kündet Ankunft an meinem Zielort an. Wie war das schon wieder? Dinge haben die Bedeutung, die wir ihnen geben, noch passender: zu-messen, der Bindestrich ist bewusst gesetzt.

 

Die Entscheidung liegt bei mir.

 

 

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